Nachdenkliches

10 Dinge, die man als Neu-Berliner lernt

Seit ich im April 2015 (also vor knapp 1,5 Jahren) nach Berlin gezogen bin, habe ich schon öfter feststellen müssen, wie viel anders diese Stadt doch ist. Die Hauptstadt folgt ihren ganz eigenen Regeln und damit muss man sich erst mal arrangieren, wenn man aus einer „sozialen“ und aufgeschlossenen Großstadt wie Köln kommt.

Heute möchte ich einmal meine Learnings aus meiner bisherigen Zeit hier in Berlin zusammenfassen. Aber Achtung, dieser Beitrag ist eher mit einem Augenzwinkern zu sehen und es sollten nicht alle Punkte zu ernst genommen werden ;).

pexels-photo

Hier kommen also die 10 Dinge, die ich im Laufe der Zeit gelernt habe.

  1. Es ist alles egal. Wo du herkommst? Egal. Was du machst? Egal. Berlinern ist fast immer alles egal – jedenfalls solange es sie nicht selbst betrifft.
  2. Smalltak wird überbewertet. Spontan an der Supermarktkasse oder beim Weggehen mit jemandem ins Gespräch kommen? Fast unmöglich. Hier bleibt man gern unter sich und zeigt das auch. Oder hat einfach kein Interesse, sich mit anderen zu unterhalten. Es mag einem unhöflich vorkommen (vielleicht ist es das auch wirklich), aber zumindest führt man so keine verkrampften Gespräche.
  3. Touristen sind unbeliebt. Jedenfalls wenn sie die Straßen verstopfen, nach dem Weg fragen oder nach dem Aussteigen grundlos direkt vor der Bahn stehenbleiben.
  4. Bier ist zu jeder Zeit gesellschaftlich akzeptiert. Zu jeder Uhrzeit, an jedem Wochentag. Morgens um 8 mit einer Flasche Bier in die Bahn zu steigen, ist hier völlig normal. Ebenso, sich bei Familienausflug zum Mauerpark Flohmarkt ein Bier zu holen.
  5. Apropos Mauerpark Flohmarkt: Hier (und auf allen anderen Flohmärkten auch) werden Dinge verkauft und vor allem begeistert gekauft, die ich nicht mal geschenkt nehmen würde. Uralte Jeansjacken, abgetragene Schuhe und Geschirr mit Macken? Wirst du hier garantiert los.
  6. Jeder Kiez und jeder Bezirk ist eine Welt für sich. In kaum einer Stadt ist das Stadtbild so verschieden wie hier. Prenzlauer Berg sieht anders aus als Neukölln, Steglitz anders als Marzahn. Und wenn man einmal seinen Kiez gefunden hat, verlässt man diesen auch ungern. Es ist kein Witz, dass ich Menschen kenne, die aus Berlin sind oder seit vielen Jahren hier leben und bis heute noch nicht in jedem Stadtteil waren. Sie sahen einfach keine Notwendigkeit dafür.
  7. Berliner meckern gerne. Ob über die S-Bahn, die Staus, die Politik, die Touristen – hier wird seinem Ärger Luft gemacht. Laut. Und deutlich.
  8. Beschimpfungen? Normal! Ein kräftiges „Du Hurenhohn“ oder „Fahr deine Karre weg du Arsch“ sind hier noch harmlos und vor allem völlig normal. Also keine Sorge, so lange man nicht selbst damit gemeint ist, einfach mit der Schulter zucken.
  9. Spät, später, Berlin. Nur weil hier die Clubs um 23 Uhr aufmachen, heißt das noch lange nicht, dass man um 23 Uhr auch feiern geht. Im Gegenteil. Die paar Mal, die ich feiern war, wurde es erst ab halb 1 oder halb 2 richtig voll. Und dann auch nur für einen begrenzen Zeitraum. So bis halb 4 etwa, danach wird es wieder leer.
  10. Berlin wäre nichts ohne seine Spätis und die vielen Imbisse. Sie mögen so manchem schon das Leben (oder wenigstens die Laune) gerettet haben. Zu relativ günstigen Preisen gibt es hier rund um die Uhr Essen und Trinken. Das fällt einem besonders positiv auf, wenn man mal wieder in anderen Städten ist, wo das nicht so gelebt wird.
Advertisements

Über Kommentare, Anregungen und Feedback freue ich mich!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s